Rezension: Anschlag von rechts von Reiner Engelmann

by - Donnerstag, Mai 25, 2017




Informationen zum Buch:
Titel: Anschlag von rechts
Originaltitel: Anschlag von rechts
Reihe: -
Autor/in: Reiner Engelmann
Genre: Kinder- und Jugendbuch ab 12 Jahren, Sachbuch
Seitenanzahl: 192
erschienen: 25.05.17
Preis: 14,99€ (Hardcover); 11,99€ (EBook)
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-17437-1 (Hardcover)
 Bewertung: keine Bewertung (Meinungsfreiheit - keine Beinflussung)

Irgendwo in einer Kleinstadt mitten in Deutschland treffen sich frei Freunde auf ein Feierabendbier. In den sozialen Netzwerken haben sie sich schon an ausländerfeindlichen Pröbeleien beteiligt. Nun werden sie zu Verbrechern, denn wenige Stunden später werfen sie einen Molotowcocktail in eine Flüchtlingsunterkunft. Die Bewohner, darunter auch Kinder, entkommen nur knapp.
Reiner Engelmann recherchiert die Hintergründe dieser schrecklichen Tat. Er analysiert die Beweggründe und er befragt die Opfer, die sich in Deutschland endlich sicher gefühlt hatten. Dabei wird deutlich: Rechtes Gedankengut und Fremdenfeindlichkeit sind in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen und viel zu lange unbeachtet geblieben.



Vorab möchte ich sagen, dass ich diesem Buch bzw. dieser Rezension KEINE Bewertung abgebe, weil meine eigentlichen Bewertungen dem Gesamtpaket (darunter z.B. Schreibstil; Cover; Spannung etc. ) gelten. In diesem Fall habe ich mich gegen eine Bewertung entschieden, weil dieses Thema, wie ich finde, jeder sich einmal selbst durch den Kopf gehen lassen sollte, ohne jegliche Beeinflussung meiner möglichen Bewertung oder Meinung. Hierbei handelt es sich nicht um einen Roman. Auf allen anderen Plattformen, wie z. B. lovelybooks , wo es nötig ist eine Bewertung bis zu fünf Sterne abzugeben, hinterlege ich auch fünf Sterne, die allerdings KEINEN WERT haben. Ich bin völlig neutral an das Buch, so wie auch auf die Rezension eingegangen und möchte hiermit nur meine Meinung zu dem Buch abgeben.

"Anschlag von rechts" besteht aus drei inhaltlichen Abschnitten. In dem ersten Teil geht um fünf verschiedene Fluchten aus einem jeweils anderem Land, verfasst in der Sicht von dem jeweiligen Flüchtling. Wichtig hierbei ist der Anschluss, denn diese Flüchtlinge landen alle in der besagten Stadt P. und waren Opfer des rechtsextremistischem Anschlags.
Ich finde es gut, dass man zuerst einen Einblick in die Geschichte der Opfer bekommt, um dann natürlich besser zu verstehen. Auch hier ist es natürlich jedem Menschen überlassen sich sein eigenes Meinungsbild darüber zu schaffen, denn jeder fühlt und denkt anders als der andere. Dennoch ist es ein guter Einstieg und hinterlässt schon einiges zum Grübeln im Kopf. Da es sich hierbei um ein Kinder- bzw. Jugendbuch handelt, ist das Buch nicht einer Wucht von Fachbegriffen durchzogen. Jeder Fachbegriff, sollte man schon gehört haben und falls nicht, kann man sich schnell ein Bild durch den Zusammenhang machen. Außerdem bekommt man auch einen Einblick in die polizeiliche Lage anderer Länder und auch hier staunte ich nicht nur kurz.
Ich finde nicht so gut, dass die Gefühle nicht sehr stark hervorgebracht werden. Allerdings kann ich das auch auf meine Vorliebe für Liebesromane zurückwerfen, weil diese fast nur aus Gefühlen bestehen. Es könnte also sehr gut sein, dass es so manch anderen nicht so ergeht wie mir.
Der zweite Teil beinhaltet die Tat bzw. den Anschlag. Durch den Einblick in die Köpfe der Flüchtlinge hat man jetzt eine klarere Sicht, wie ich finde. Man bekommt den Hintergrund des Tathergangs beschrieben und darf auch einen Blick in den Tag danach werfen.
Hier finde ich gut, dass man einen kleinen Blick in die Köpfe und Hintergründe der drei Freunde, die den Anschlag ausüben, werfen kann. Hier bildet man sich schon ein eigenes klares Bild. Ich muss auch noch hinzufügen, dass ich den Schreibstil teils leicht provokant empfunden habe, was ich allerdings lobe, denn bei mir hat das den Reiz dazu ausgelöst intensiver über das Thema nachzudenken.
Im dritten Teil findet der Prozess statt. Leider muss ich zugeben, dass man diesen Teil auch hätte an einigen Stellen kürzen können, weil hier einige Wiederholungen stattfinden. Das hat mich dazu gebracht einige Seiten einfach zu überfliegen, weil ich eigentlich nur wissen wollte, wie das ganze denn nun endet und was mit den Angeklagten und den Opfern passiert. Schließlich kommt man zu dem Glossar in dem Symbole, Codes und mehr, die in neonazistischen und rechten Kreisen eine bedeutende Rolle spielen und teilweise strafbar sind, abgebildet sind sind. Die Erklärungen dazu finde ich unglaublich interessant. Nicht nur einmal konnte ich mich an öffentlichem Gebrauch solcher Zeichen erinnern.
Die Idee zu diesem Buch finde ich sehr gut und ich empfehle es ganz klar weiter, denn mir ist aufgefallen, dass sich die Medien nicht so genau ausdrücken können wie diese Geschichte.



»Drei Monate später was das Hakenkreuz so etwas wie ein Bestandteil der Bushaltestelle geworden. Niemand mehr machte eine Bemerkung, niemand schüttelte mehr den Kopf, niemand ließ es entfernen.«
S. 15



Karolina ♥

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